Persönliche Assistenz: Unterstützung, die sich nach Ihrem Tag richtet
Vielleicht haben Sie das Wort „Persönliche Assistenz" gerade zum ersten Mal gehört, in einer Beratung, im Krankenhaus oder von jemandem, der selbst mit Assistenz lebt, und überlegen, ob das etwas für Sie ist oder für jemanden aus Ihrer Familie.
Persönliche Assistenz ist Unterstützung für ein selbstbestimmtes Leben: Assistenzkräfte unterstützen Sie eins zu eins im Alltag, zu Hause und unterwegs, und Sie bestimmen, wie, wo und wann. Wer bisher einen Pflegedienst kennt, kennt Einsätze nach Plan. Persönliche Assistenz richtet sich nach Ihrem Tag.
Stand 5. November 2026 · inhaltlich verantwortlich: Shirley Bieg, Geschäftsführerin
Was Persönliche Assistenz ist
Persönliche Assistenz ist Unterstützung im Alltag für Menschen mit Behinderung, damit sie ihr Leben selbst gestalten können, zu Hause und unterwegs. Das Gesetz nennt sie Assistenzleistungen (§ 78 im Neunten Buch Sozialgesetzbuch). Bezahlt wird sie meist als Eingliederungshilfe nach SGB IX (SGB IX: Neuntes Buch Sozialgesetzbuch); je nachdem, wodurch die Behinderung entstanden ist, kann auch ein anderer Kostenträger zuständig sein, etwa die Unfallkasse.
Assistenzkräfte unterstützen Sie eins zu eins bei dem, was Ihr Tag braucht: beim Aufstehen, Duschen und Anziehen, im Haushalt, beim Einkaufen und Kochen, bei der Arbeit, in der Freizeit, auf Reisen und auch nachts. Sie entscheiden, wie die Unterstützung abläuft, wo und wann. Die Menschen, die diese Arbeit machen, heißen Assistentinnen und Assistenten oder Assistenzkräfte.
Organisieren lässt sich Persönliche Assistenz auf zwei Wegen: über einen Assistenzdienst, der die Assistenzkräfte anstellt, oder selbst, mit eigenen Angestellten.
Selbst organisieren oder mit einem Assistenzdienst: der Vergleich
„Weil mich das […] unterstützt in meinem täglichen Dasein und ich dann im Grunde genommen das Leben besser managen kann."
Wer den Takt vorgibt
Persönliche Assistenz unterscheidet sich von einem ambulanten Pflegedienst vor allem darin, wer den Takt vorgibt. Ein Pflegedienst arbeitet nach einem Einsatzplan: Er kommt zu geplanten Zeiten, etwa morgens und abends, für geplante Aufgaben. Wer kommt, wechselt oft, und Einfluss darauf haben viele nur wenig. Das ist eine andere Leistung, gemacht für planbare Aufgaben.
In der Persönlichen Assistenz ist es umgekehrt: Wann Ihr Tag beginnt, was Sie vorhaben und wobei Sie Unterstützung brauchen, sagen Sie. Eine Assistenzkraft ist eins zu eins für Sie da, auch über viele Stunden, und Sie haben mit Menschen zu tun, die Sie kennen. Wie fest ein Team ist, hängt vom Dienst ab; wie es bei 23Grad läuft, können Sie auf Persönliche Assistenz bei 23Grad lesen.
Ihr Tag gibt den Takt vor. Die Assistenz hält mit.
Was dazugehört
Gehört Unterstützung beim Aufstehen, Duschen und Anziehen dazu?
Ja. Persönliche Assistenz unterstützt auch körpernah, so wie es Ihr Alltag braucht: beim Aufstehen, beim Duschen, beim Anziehen und beim Essen. Wie das abläuft, bestimmen Sie.
Ist 24-Stunden-Assistenz eine medizinische Leistung?
Nein. 24-Stunden-Assistenz heißt, dass Tag und Nacht eine Assistenzkraft bei Ihnen ist und Sie im Alltag unterstützt. Medizinische Behandlungspflege durch Pflegefachkräfte, etwa außerklinische Intensivpflege, ist eine andere Leistung mit einem eigenen Kostenträger. Wenn Sie beides brauchen, schauen wir uns im Erstgespräch gemeinsam an, ob und wie das zusammenpasst.
Wer arbeitet bei mir, wenn ich Tag und Nacht Unterstützung brauche?
Ein Team aus mehreren Assistenzkräften, die sich die Dienste teilen. Bei 23Grad ist das Ihr festes eigenes Team. Wie Ihr Team zusammenkommt und wie groß es meist ist, können Sie auf der Seite „Persönliche Assistenz bei 23Grad" lesen.
Ist das eine Haushaltshilfe?
Der Haushalt gehört dazu, und Ihre Assistenzkräfte unterstützen Sie auch dabei. Er ist aber nur ein kleiner Teil: Persönliche Assistenz ist Unterstützung im gesamten Alltag, eins zu eins. Eine Haushaltshilfe für ein paar Stunden in der Woche ist eine andere Leistung.
Fremde Menschen bei Ihnen zu Hause?
Persönliche Assistenz heißt am Anfang auch: Bei Ihnen zu Hause sind Menschen, die Sie noch nicht kennen. Vertrauen entsteht durch Kennenlernen, in Ihrem Tempo, und beide Seiten sollen sich wohlfühlen. Niemand muss von Anfang an wissen, wie man mit Assistenz lebt. Das wächst mit der Zeit.
„Am Anfang kennt man die Leute ja nicht. 24 Stunden einen Fremden um sich zu haben […] Aber es hat sich relativ gut eingespielt. Sehr gut sogar."
Wohnen, wie Sie möchten
Persönliche Assistenz ist ein Weg, auch mit viel Unterstützungsbedarf so zu wohnen, wie Sie möchten, zum Beispiel in einer eigenen Wohnung statt im Heim. Assistenz ist auch möglich, wenn Sie weiter mit Ihrer Familie unter einem Dach leben, etwa im Haus Ihrer Eltern. Das Gesetz gibt dem Wohnen außerhalb von Einrichtungen den Vorzug, wenn Sie das wünschen und es nach Prüfung Ihrer Lage in Betracht kommt (§ 104 Absatz 3 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch). Was in Ihrem Fall bewilligt wird, entscheidet der Kostenträger. Wir unterstützen Sie gerne dabei.
Michaela hat ihren Antrag selbst beim Landschaftsverband Rheinland (LVR) gestellt:
„Und dann musste ich in ein Altersheim mit 53 Jahren. Und da hab ich beschlossen: das will ich nicht. Und dann hab ich beim LVR die Anträge gestellt auf 24-Stunden-Assistenz."
Transkript lesen
Michaela: „Also im Gegensatz zum Altersheim, habe ich wieder mein Strahlen wiedergefunden, ich kann wieder lachen."
Herr F. hat bei seinen Eltern gelebt, bevor er in eine eigene Wohnung gezogen ist:
„Natürlich will man als junger Mensch auch mal auf eigenen Beinen stehen und irgendwie unabhängiger von den Eltern werden"
Wir haben Kunden, die mit Assistenz zum ersten Mal ohne ihre Eltern in den Urlaub gefahren sind, und andere, die zum ersten Mal in einer Disco oder in einem Restaurant waren.
Wie der Antrag läuft, steht auf Antrag und Kosten.
Wenn Sie für jemanden suchen
Vielleicht lesen Sie diese Seite für Ihre Tochter, Ihren Sohn, Ihre Partnerin oder Ihren Partner. Persönliche Assistenz übernimmt die Unterstützung, die Angehörige oft lange selbst getragen haben. Das entlastet, und Eltern können wieder Eltern sein und Paare wieder ein Paar. Man besucht sich, weil man sich sehen will, nicht weil jemand Hilfe braucht. Wir erleben auch Eltern, die zum ersten Mal seit Langem ohne ihr Kind in den Urlaub fahren.
Die Entscheidung trifft die Person, um die es geht. Den ersten Kontakt können Sie gerne übernehmen, und beim Erstgespräch sind Sie willkommen, wenn sie das möchte.
„Aber es ist einfach, hat nichts damit zu tun, dass Eltern das irgendwie nicht mehr wollen oder nicht mehr in der Lage sind, jemanden zu unterstützen, sondern es gehört einfach zum Leben dazu, dass man auch selbstständig wird […]"
Herr F., Kunde seit Januar 2019
Transkript lesen
Herr F.: „Was eigentlich das Beste an Assistenz auch ist, dass man einfach wirklich selbstbestimmt leben kann und da vielleicht auch viele erstmal Sorgen haben, gerade wenn man jetzt irgendwie mit den Eltern noch zusammenlebt. Aber es ist einfach, hat nichts damit zu tun, dass Eltern das irgendwie nicht mehr wollen oder nicht mehr in der Lage sind, jemanden zu unterstützen, sondern es gehört einfach zum Leben dazu, dass man auch selbstständig wird und eben eigenständig auch leben kann. Und das hat mir es ermöglicht, auch in einer eigenen Wohnung zu leben, einem Beruf nachzugehen und einfach mein Leben, auch wie es sich für einen Erwachsenen gehört, auch selber gestalten zu können. Deswegen kann ich da nur jeden ermutigen, das mal anzugehen oder sich vielleicht auch einfach mal beraten zu lassen von 23Grad, inwieweit man da vielleicht auch das für einen selbst auch in Frage kommt, da Assistenz in Anspruch zu nehmen.“
Wie der Weg beginnt
Die Kosten der Persönlichen Assistenz übernimmt in der Regel der Kostenträger. Für die Orte in Nordrhein-Westfalen, in denen wir arbeiten, ist in der Regel der LVR zuständig. Ob ein Anspruch besteht, klärt der Antrag. Wie Antrag, Bewilligung und ein möglicher Eigenanteil zusammenhängen, können Sie auf Antrag und Kosten lesen.
Die 23Grad Assistenz GmbH ist ein Assistenzdienst aus Köln und arbeitet im Rheinland und angrenzenden Gebieten, von der Eifel bis zum Bergischen Land und vom Mittelrhein bis zum Niederrhein. Seit 2014 machen wir nichts anderes als Persönliche Assistenz.
Sie haben schon Assistenz?
- Sie möchten Ihren Assistenzdienst wechseln: Assistenzdienst wechseln
- Sie organisieren Ihre Assistenz bisher selbst: Assistenz bisher selbst organisiert
Der erste Schritt ist ein Gespräch. Zuerst telefonieren wir, danach kommen wir zu Ihnen, dorthin, wo Sie gerade leben. Sie erzählen, was Sie im Alltag brauchen und was Ihnen wichtig ist. Wenn Sie möchten, können Angehörige dabei sein; die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Nehmen Sie unverbindlich Kontakt zu uns auf, wir beraten Sie gerne.
Für neue Kundinnen und Kunden:
0221 310 499 35 info@23-grad.deMontag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr, Freitag 9 bis 14 Uhr
Ein anderes Anliegen? Alle KontaktwegeQuellen
- § 78 SGB IX im Wortlaut Leistungen für Assistenz
- § 104 SGB IX im Wortlaut Wünsche und Wohnform
Diese Seite ist keine Rechtsberatung; was in Ihrem Fall gilt, entscheidet Ihr Kostenträger.